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  • Die Ukulele-Szene: Warum genau diese 2-3 Songs ziehen

    Die Ukulele-Szene: Warum genau diese 2-3 Songs ziehen

    Es gibt Szenen, da wäre jede Erklärung zu viel. In Go Your Own Way ist die Ukulele-Szene genau so ein Moment: Drei Jugendliche, eine Nacht, ein Auto, ein Wochenende, das plötzlich nach „wir“ klingt. Musik ist hier kein Deko-Objekt und auch kein „Schaut mal, was ich alles kenne“. Sie ist Abkürzung. Stimmung in zwei Akkorden. Nähe ohne großes Gerede.

    (Und immer gilt: Songtitel ja, Lyrics nein. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet den Hintergrund hier: → [Musik in Romanen & Urheberrecht].)

    Die zwei Songs in der Szene

    In der Ukulele-Szene tauchen zwei Songs auf:

    • „Somewhere Over the Rainbow / What a Wonderful World“ von Israel ‘IZ’ Kamakawiwo’ole
    • „Wonderwall“ von Oasis

    Beide sind bekannt. Aber sie machen zwei komplett unterschiedliche Jobs.

    Was ich gesucht habe (und was ich vermeiden wollte)

    Ich wollte Songs, die frisch wirken, jugendlich, sofort verständlich, ohne dass die Szene nach „Playlist-Abhaken“ riecht. Und: Sie mussten realistisch spielbar sein. Miriam lernt seit etwa 6 bis 8 Monaten Gitarre. Damit fallen manche „Wow, Künstlerstück“-Nummern einfach raus. Ich wollte etwas, das man wirklich im Freundeskreis spielen kann, ohne dass es unglaubwürdig wird.

    Und dann kommt noch ein sehr praktischer Autor-Moment dazu: Beim Schreiben brauche ich Sound im Ohr. Nicht als Dauerbeschallung, eher wie ein inneres Echo. Wenn das fehlt, wird der Text schnell… trocken. Als würde jemand eine Kerze beschreiben, ohne Wärme zu fühlen.

    Warum „IZ“ auf der Ukulele so gut funktioniert

    Miriams Schreibtisch: Aufgabenheft, Halskettchen, Textmarker, Haargummi, Ukulele und Karteikarten

    Bei „IZ“ passiert etwas, das selten ist: Du liest den Titel und hast sofort einen Klang im Kopf. Ukulele, warm, weich, offen. Ein Song, der keine Tür auftritt, sondern sie leise aufschiebt.

    Das ist in der Szene entscheidend. Die Ukulele soll nicht beeindrucken. Sie soll die Luft verändern. Dieses „Wir sind gerade jung und es ist okay, dass wir das spüren“-Gefühl. „IZ“ liefert genau das. Er nimmt Hektik raus, ohne dass die Szene einschläft. Er legt so einen leichten Filter über alles, wie wenn man nachts im Auto sitzt und die Straßenlaternen kurz wie Sternschnuppen wirken.

    Und: Er ist spielbar. Nicht im Sinne von „super easy, kann jeder“, sondern im Sinne von „das kriegt man hin, wenn man dranbleibt“. Das passt zu Miriam. Man merkt: Sie lernt, sie übt, sie hat Bock. Kein Bühnenprofi. Eher jemand, der mit Musik Räume baut.

    Warum es ursprünglich Bob Marley sein sollte (und warum es dann doch anders wurde)

    Der Plan war erst ein anderer: „Three Little Birds“ von Bob Marley. Der Entwurf war sogar schon in Arbeit. Aber beim Schreiben habe ich gemerkt: Ich hatte den Song nicht klar genug im Ohr. Ich wusste, wie ich ihn emotional meine, aber nicht, wie er sich auf der Ukulele in genau dieser Szene anfühlt.

    Und das ist der Punkt: Wenn ich als Autor selbst keinen Sound im Kopf habe, wird die Szene leicht behauptet statt erlebt. Das merkt man zwischen den Zeilen. Also habe ich umgeschwenkt. Nicht, weil Marley nicht funktionieren würde, sondern weil ich etwas brauchte, das in meinem Kopf sofort „Ukulele“ sagt und bei den meisten Leserinnen und Lesern ebenfalls.

    So kam ich zu „IZ“.

    Warum „Wonderwall“ bleiben musste (gell Steve 😉)

    „Wonderwall“ ist ein ganz anderer Hebel. Der Song ist keine warme Decke, eher ein gemeinsames Lagerfeuer. Jeder kennt ihn, jeder kann reinfallen, sogar wenn man die Akkorde nur so halb trifft. Und genau das ist an dieser Stelle wichtig: Es geht nicht darum, perfekt zu spielen. Es geht darum, dass man sich traut, zusammen zu sein.

    Ich habe beim Suchen nach Songs gemerkt, dass ich unweigerlich bei meiner eigenen Jugend lande. Ich erinnere mich an diese Autofahrten mit 19, an Mitsingen, an dieses alberne, ernsthafte Gefühl, dass das Leben gerade erst anfängt. Und ja, das kam sehr oft vor. Gell, Steve. 😉

    „Wonderwall“ ist damit auch eine Reminiszenz. Nicht aufdringlich, eher wie ein kleiner persönlicher Fingerabdruck. Und gleichzeitig ist er so universell, dass er nicht privat wirkt. Er ist ein Song, der sofort ein „Wir“ herstellen kann. Einer spielt, die anderen grinsen, einer setzt ein, plötzlich ist man nicht mehr allein in seinem Kopf.

    Für Miriam ist er außerdem glaubwürdig. Wer ein halbes Jahr Gitarre lernt, landet früher oder später bei genau solchen Songs. Nicht, weil man unoriginell ist, sondern weil es die Lieder sind, die einen tragen, wenn man noch auf der Schwelle steht zwischen „Ich probier das mal“ und „Ich kann das wirklich“.

    Bonus: Auch der Song im Kassettendeck hat eine echte Vorgeschichte

    Und dann gibt es noch diese andere Ebene im Buch: Musik, die nicht nur Szene färbt, sondern Erinnerung auslöst.

    Als ich 19 oder 20 war, fuhren meine Eltern in den Urlaub und ließen das Käfer Cabrio meiner Mutter bei meiner Oma in der Garage stehen. Natürlich konnte ich nicht widerstehen. Ich habe Freunde und Bekannte eingesammelt, wir sind zum Schwimmen gefahren, irgendwohin, Hauptsache unterwegs.

    Dabei liefen die Kassetten meiner Eltern. Unter anderem: „I’ll Find My Way Home“ von Jon & Vangelis. Bis heute sprechen mich alte Freunde manchmal darauf an. Nicht nur auf den Käfer, sondern auf diesen Song. Weil er sich in diese Nächte eingebrannt hat, wie ein kleiner Stempel auf „Sommerfreiheit“. Ein Track, der einem ins Gehirn impft: Die Welt ist groß und du bist gerade unterwegs darin.

    Genau so möchte ich Musik im Roman einsetzen. Nicht als Lexikon, sondern als Tür.

    Wenn du die Szene lesen willst

    Die Ukulele-Szene ist Teil von Kapitel 4. Wenn du reinschnuppern willst: → [Leseprobe] (Hinweis: Szene kommt in Kapitel 4)

  • Was ich in der Chefredaktion über Musik, Leute und Geschichten lerne

    Was ich in der Chefredaktion über Musik, Leute und Geschichten lerne

    Gestern wurde ich in die Chefredaktion von Radio Sthörfunk gewählt. Das klingt nach „Amt“. Für mich fühlt es sich eher an wie: eine neue Tür geht auf.

    Das habe ich nicht gemacht, weil ich irgendeinen Titel brauche, sondern weil ich dadurch den Sendeplan mitgestalten kann und näher an das komme, was mich wirklich interessiert: die Menschen hinter der Musik.

    Mich beschäftigt schon lange weniger die Frage, was jemand hört, sondern warum.

    Warum machen Menschen Radio? Warum investieren sie Zeit, Herz und Nerven in eine Sendung? Warum genau diese Musik, dieses Genre, dieser Sound? Und warum ist ihnen so wichtig, das zu teilen, anderen näherzubringen, dafür zu brennen?

    Ein „Hör dir das mal an“ ist ja oft mehr als ein Tipp. Manchmal heißt es auch: „So fühle ich.“ Oder: „Das war wichtig für mich.“ Oder einfach: „Versteh mich kurz.“

    Genau das will ich kennenlernen: die Beweggründe, die Geschichten, die Eigenheiten. Und ja, das nimmt Einfluss auf mein Schreiben. Figuren werden glaubwürdiger, wenn ihre Musik nicht nur Deko ist, sondern ein Motiv hat. Szenen bekommen einen besseren Rhythmus, wenn ich verstehe, wann Musik trägt und wann Stille mehr sagt.

    Ich werde hier im Blog ab und zu festhalten, was ich dabei lerne, ohne Interna, ohne Namen, aber mit der Neugier, die mich da überhaupt reingezogen hat.

  • Wenn Figuren mitsingen: Liedtexte, Zitatrecht und Urheberrecht

    Wenn Figuren mitsingen: Liedtexte, Zitatrecht und Urheberrecht

    Romane lieben Musik. Figuren hören Songs, sie verheddern sich in Refrains, sie hängen an einer Zeile, als wäre sie ein kleiner Schlüssel zum eigenen Innenleben. Verständlich, dass man als Autor am liebsten genau diese Worte ins Buch holen würde.

    Nur: Liedtexte sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Und ein Roman (Print, E-Book, Hörbuch, Website-Leseprobe) ist rechtlich gesehen keine Privat-Playlist, sondern eine Veröffentlichung.

    Hinweis: Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Orientierung mit Gesetzesstellen zum Nachlesen.

    Warum Songtexte juristisch „heikel“ sind

    Wenn ich Songzeilen abdrucke, berühre ich regelmäßig Verwertungsrechte wie:

    • Vervielfältigung (du druckst/kopierst Text ins Buch) nach § 16 UrhG.
    • bei Online-Veröffentlichung zusätzlich oft öffentliche Zugänglichmachung nach § 19a UrhG.

    Und wenn das ohne Erlaubnis passiert, können Ansprüche auf Unterlassung und Schadensersatz im Raum stehen (klassisch: § 97 UrhG).

    Zitatrecht ist kein Deko-Schlüssel

    Der bekannteste Rettungsring ist das Zitatrecht. Das steht in § 51 UrhG und erlaubt Zitate nur, wenn ein Zitatzweck vorliegt und der Umfang dadurch gerechtfertigt ist.

    Praktisch heißt das: Eine Songzeile „nur für Stimmung“ ist oft schwer als Zitat zu begründen. Wenn ich aber z.B. die Zeile analysiere, interpretiere, als Beleg diskutiere (innere Verbindung zu meiner eigenen Aussagen), wird es plausibler.

    Der entspannte Sonderfall: Gemeinfreiheit (70 Jahre p.m.a.)

    Manchmal gibt es einen Weg ohne Lizenzstress: gemeinfreie Texte.

    Die Faustregel im deutschen Urheberrecht: Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (§ 64 UrhG).
    Dann darf das Werk grundsätzlich frei genutzt werden.

    Und genau hier kommt unser Beispiel ins Spiel.

    Beispiel: „Der Mond ist aufgegangen“ im Romantext (gemeinfreies Liedzitat)

    Szene (die nicht im Roman auftaucht) als Beispiel:

    Die Ente stand da, als hätte sie selbst Feierabend. Der Motor tickte leise nach, irgendwo klapperte etwas Metallisches im Wind, und in der Scheibe spiegelte sich mein Gesicht wie ein schlecht gelauntes Aquariumfoto.

    Miriam lehnte am Fenster, zog die Kapuze tiefer und summte erst, dann sang sie, ganz ruhig, als wäre das Lied schon immer hier gewesen:

    „Der Mond ist aufgegangen,
    die goldnen Sternlein prangen“

    Ich nickte, als würde ich mich auskennen. Tat ich aber nur so. In meinem Kopf war das Lied eine dieser Schubladen, die man seit Jahren nicht aufgemacht hat, und jetzt klemmt sie.

    „Kenn ich“, sagte ich.

    „Dann sing doch mit“, meinte Miriam und grinste, ohne mich anzusehen.

    Ich räusperte mich, nahm einen Anlauf wie vor einem Bass-Solo und setzte ein: „Der Mond ist… auf… gegangen…“ Ich traf die Melodie ungefähr so präzise wie ein Einkaufswagen ein Parkticket.

    Miriam hielt tapfer durch. Wirklich tapfer. Dann kam mein Einsatz, den ich unbedingt retten wollte, und ich warf alles rein, was ich hatte:

    „…die goldnen Sternlein… pranken?“

    Stille.

    Miriam drehte langsam den Kopf zu mir. „Pranken“, wiederholte sie.

    „Ich weiß nicht“, verteidigte ich mich. „Vielleicht sind das so… sehr muskulöse Sterne.“

    Sie prustete los, richtig, mit Schultern wackeln und einem Lachen, das die Scheibe kurz wieder frei atmen ließ. Und ich merkte, wie das, was eben noch schwer war, plötzlich ein bisschen leichter wurde. Nicht weg. Aber tragbar.

    „Sternlein prangen“, sagte sie schließlich.

    „Okay“, murmelte ich. „Dann prangen sie halt. Aber wenn mal einer prankt, sag ich’s dir.“

    „Deal“, sagte Miriam, und der Mond draußen tat so, als hätte er uns gehört.

    Warum dieses Beispiel rechtlich deutlich entspannter ist

    Der Text „Der Mond ist aufgegangen“ geht auf Matthias Claudius (1740–1815) zurück.
    Da Claudius seit weit mehr als 70 Jahren verstorben ist, ist der Originaltext nach der Grundregel der Schutzdauer (§ 64 UrhG) gemeinfrei.

    Der typische Stolperdraht (bitte nicht übersehen)

    Auch wenn das Original gemeinfrei ist: Moderne Bearbeitungen (modernisierte Rechtschreibung, gekürzte/umformulierte Strophen, redaktionell „glattgezogene“ Fassungen) können wieder eigene Schutzrechte auslösen. Deshalb:

    • Verwende nach Möglichkeit eine verlässliche Vorlage des Originaltexts (oder eine seriöse Edition).
    • Wenn du eine veröffentlichte Liedfassung zitierst: prüfe, ob sie Bearbeitungen enthält.

    Als gut nachprüfbarer Abdruck findest du den Text z.B. auch in kirchlichen Liedsammlungs-Kontexten.

    Beispiel für eine saubere Kennzeichnung im Buch oder Blog:
    „Der Mond ist aufgegangen“ (Abendlied), Text: Matthias Claudius (1740–1815), gemeinfrei.

    Wenn du doch moderne Songzeilen brauchst: Lizenz statt Hoffen

    Wenn du bei zeitgenössischen Songs Originalzeilen willst, ist der rechtlich sauberste Weg meist Rechte einholen (Lizenz). Gesetzlich ist die Grundlage, dass Nutzungsrechte eingeräumt werden können (siehe § 31 UrhG).
    In der Praxis läuft das oft über Musikverlage/Publisher.

    Praxis-Tipps: Musikgefühl ohne Lyrics

    Wenn du „Soundtrack-Feeling“ willst, ohne Songtext zu drucken:

    • Songtitel + Interpret nennen (oft deutlich unkritischer als Lyrics).
    • Wirkung beschreiben statt zitieren: Was löst der Song in der Figur aus? Welche Erinnerung? Welche Körperreaktion?
    • Eigene Zeilen schreiben, die wie ein Song klingen, aber keiner sind.
    • Oder: gemeinfreie Lieder als bewusster Stilkniff nutzen (wie oben).

    Kurz-Fazit

    Moderne Songtexte: oft Risiko ohne Lizenz, Zitatrecht nur bei echtem Zitatzweck.

    Gemeinfreie Texte: super Option, wenn du echte Zeilen brauchst. Schutzdauer-Regel: § 64 UrhG.

    Online-Auszüge erhöhen die Relevanz digitaler Nutzungsrechte (u.a. § 19a UrhG).

  • Testleser im Einsatz: Wie drei Stimmen aus meinem Manuskript einen besseren Roman machen

    Testleser im Einsatz: Wie drei Stimmen aus meinem Manuskript einen besseren Roman machen

    Wozu brauche ich Testleser?

    Mit dem Schreiben ist es ein bisschen wie mit dem Radiomachen.

    Du sitzt alleine in deinem Zimmer, formulierst Sätze, baust emotionale Gebilde und hoffst, dass irgendwo jemand sein wird, den es interessiert.

    Und spätestens beim Überarbeiten merke ich, dass ich nicht meine eigene Zielgruppe bin. Und selbst, wenn ich beim Schreiben „an den Leser“ denke, lese ich meine Geschichten nie so unbedarft und frisch wie jemand, der zum ersten Mal „Okay, das war´s dann wohl!“ liest.

    Zudem brauche ich Feedback um mein Tun selbst einordnen zu können. Sätze die für mich wie ein literarisches Feuerwerk sind, wirken für andere eher wie ein Teelicht. Dagegen werde ich vielleicht für Formulierungen gelobt, die ich einfach im Flow geschrieben habe, ohne viel nachzudenken.

    Testleser sind also mein Realitätscheck.

    Ist das glaubwürdig? Kommen die Gefühle an? Ist die Figur glaubwürdig?

    Meine Testleseteam

    Aktuell habe ich drei Testleserinnen. Hinzu kommt ein männlicher Testleser, der mir Feedback zu den ersten vier Kapiteln gegeben hat. (Wenn du Lust hast, als Testleser einzusteigen: melde dich gern, ich freue mich über Verstärkung.)

    Die studierte Fachfrau

    Eine meiner Testleserinnen hat Deutsch studiert. Ich kenne sie so gut, dass ich ihre Kritik nicht als Angriff höre, sondern als: Werkzeug auf den Tisch.
    Sie ist stark bei:

    • Sprache, Rhythmus, Klarheit
    • Logikfehlern und unsauberen Übergängen
    • Stellen, die “gut klingen”, aber beim Lesen stolpern lassen.

    Ihr Feedback fühlt sich manchmal an wie ein präzises Nachziehen von Schrauben: nicht spektakulär, aber danach klappert nichts mehr.

    Die zielgruppenrelevante Leseratte

    Die zweite Testleserin gehört direkt der Zielgruppe an und bezeichnet sich selbst als Leseratte. Sie zeigt mir, wie heutige Jugendliche ticken, und genau das ist Gold wert:

    • Wo wird es langweilig?
    • Was klingt altbacken, oder gewollt jugendlich?
    • Welche Figur nervt (und warum)?
    • Welche Szene wirkt “gemacht” statt “passiert”?

    Das ist der Blick, den man selbst am schwersten simulieren kann, weil man die eigene Geschichte ja schon kennt.

    Die Autorin mit dem Riecher für modernes Schreiben

    Die dritte Testleserin hat bereits selbst ein Buch veröffentlicht und dadurch ein gutes Gespür für aktuelle Lesegewohnheiten und Trends.

    Sie achtet besonders auf:

    • Tempo und Szenenlängen
    • Erwartungshaltungen heutiger Leser und Lektoren
    • typische “Hänger”, die man früher eher verziehen hat, heute aber schneller wegklickt

    Sie ist die Stimme, die mir manchmal sagt: „Das ist schön, aber zeig es, statt zu erklären.“

    Mein Feed-Backsystem

    Anfangs habe ich jede Kritik meiner Testleserinnen für die einzig wahre Meinung gehalten und sofort umgesetzt, bis ich gemerkt habe, dass ich damit am Ende Texte produziere, die dieser Testleserin gefallen, aber im schlechtesten Fall vielleicht nichtmehr mir. Daher wird jeder Einwand von mir wie folgt geprüft:  

    1. Essenziell oder Geschmackssache?
    2. Stehe ich als Autor dahinter?
    3. Wird es dadurch in meinen Augen besser?

    Ganz wichtig dabei: Ich lege nicht überall sofort Hand an und ändere gleichzeitig an mehreren Stellen Sonst verkommt der Text zum Flickenteppich mit guten Absichten.

    Wenn es menschelt: Zwischenfeedbacks, die mir wirklich helfen

    Zwischenfeedbacks, die mir wirklich helfen

    Am spannendsten sind für mich die spontanen Reaktionen zwischendurch – diese Sätze, die nicht „nett“ sein wollen, sondern zeigen, dass die Geschichte bei jemandem arbeitet. Ein paar O-Töne aus meiner aktuellen Testleser-Runde (natürlich anonym):

     „Kommt Lucy wieder?“

      „Ich hoffe, Nick und Miriam finden bald zusammen!“

      „Ich war froh, als diese aufmüpfige Lucy endlich wieder ausgestiegen ist.“

      „Miriam nervt – die soll Nick endlich mal sagen, was sie denkt!“

    Ich liebe diese Gegensätze. Sie zeigen mir erstens, dass Figuren nicht egal sind (Lucy polarisiert ganz offensichtlich), und zweitens, wo gerade Druck auf der Beziehungsschiene entsteht (Nick/Miriam). Wenn jemand ungeduldig wird, ist das für mich kein Befehl nach dem Motto „Mach schneller“, sondern ein Hinweis: Entweder muss die innere Logik klarer werden, oder ich muss die Spannung bewusster führen. Genau an solchen Stellen fängt für mich die eigentliche Überarbeitung an.

    Mein Fehler am Anfang: zu viele ungeschulte Testleser

    Als die erste Fassung von „Go Your Own Way“ fertig war, habe ich einen klassischen Anfängerfehler gemacht:
    Ich habe das Manuskript vielen Menschen gegeben, die mir nah stehen.

    Das Feedback war oft freundlich, aber… weich:
    „Ja, gefällt mir.“
    „Schön!“
    „Ist gut geschrieben.“

    Ich verstehe das gut. Wer will schon jemandem, den er mag, vor den Kopf stoßen?
    Nur: Für ein Manuskript ist “gefällt mir” leider nicht wirklich hilfreich.

    Klasse statt Masse (mein Learning)

    Ich habe daraus gelernt: Für echte Fortschritte brauche ich nicht viele Stimmen, sondern wenige, aber belastbare Rückmeldungen. Menschen, die:

    • ehrlich sind (auch wenns weh tut)
    • begründen können, warum etwas wirkt oder nicht
    • mir nicht nur sagen, dass etwas hakt, sondern wo und wie

    Seitdem fühlt sich Überarbeiten weniger nach Testballon an, sondern nach gezieltem Navigieren.

    Wenn du mitlesen willst

    Grundsätzlich suche ich gerne weitere Testleser, besonders wenn du:

    • YA/Coming-of-Age magst
    • Lust hast mir ein ehrliches Feedback zu geben (gern auch kritisch)
    • und Spaß daran hast, eine Geschichte beim Werden zu begleiten

    Wenn dich das interessiert: Schreib mir (Kontaktseite / Kommentar / Mail, wie du es handhabst).
    Ich melde mich dann mit Infos, Umfang und Vorgehen.

    Danke

    Zu guter Letzt: Danke an meine drei Testleserinnen – und an meinen bisherigen Testleser zu den ersten vier Kapiteln. Ihr seid so etwas wie meine Navigationssatelliten beim Schreiben: Ihr seht Dinge, die ich mit den Händen am Lenkrad übersehe. Mal ist es ein Loch im Asphalt, mal eine Bodenwelle die Tempo nimmt, mal ein Satz, der zwar gut klingt, aber keine Aussage hat. Ohne euch wäre die Überarbeitung deutlich mehr Fahren im Nebel. Danke, dass ihr Zeit, Konzentration und ehrliche Reaktionen investiert.

  • Werkstattbericht 1 · Schleifen, polieren, ausbessern · Go your own way ·01/2026

    Werkstattbericht 1 · Schleifen, polieren, ausbessern · Go your own way ·01/2026


    Kurzstand

    Im Moment befinde ich mich in der Phase, die sich weniger nach „Schreiben“ anfühlt und mehr nach Schreinerwerkstatt: Schleifen, Polieren, ausbessern: Ich überarbeite „Go Your Own Way“, um eine Version zu haben, die ich auf Anfrage an Verlage schicken kann, ohne noch hektisch an tausend Stellen drehen zu müssen.

    Woran ich gerade arbeite

    • Spannungsfluss & Tempo: Szenen so anordnen und zuschneiden, dass sie sich „wie aus einem Guss“ lesen.
    • Ton & Rhythmus: Sätze straffen, Wiederholungen raus, Gefühle nicht erklären, sondern zeigen.
    • Übergänge: Besonders zwischen Kapiteln, Dialogen und Ortswechseln soll das Ganze sauber „klicken“.

    Change-Log (seit dem letzten Update)

    • ✅ Die ersten 4 Kapitel (Leseprobe) sind diamantenklar geschliffen, wie ich sie haben will
    • ✅ Einige Nebenstränge der Handlung wurden gekürzt, um den Hauptplot zu stärken
    • 🔁 Ein weiteres Kapitel ist in Arbeit, um später auftauchende Figuren besser zu integrieren.

    Stand heute

    Das erste Drittel nähert sich der Endfassung, und das fühlt sich gut an, aber auch anspruchsvoll: In dieser Phase ist jede Änderung klein, aber entscheidend. Die Herausforderung ist gerade, nicht aus Perfektionismus wieder alles „aufzumachen“, was eigentlich schon trägt.

    Werkstatt-Notiz

    Am Mittwoch bekam ich ein Feedback von meiner 17-jährigen Testleserin, (ich habe 3 Testleserinnen, mehr darüber bald in einem sepaten Beitrag), das mir half aber auch etwas weh tat. Sie meinte: „Ich hab verstanden, dass Nick Musik mag, das muss nicht in jede Metapher und jeden Vergleich.“ Touché! Ich war wohl zu fleißig ;). Also nochmal alles durchsehen und die „Akkordsymbolik“ mit 240er Sandpapier bearbeiten.

    Satz der Woche: „Dranbleiben, auch wenn ich lieber kreativ arbeiten möchte!“

    Nächste Etappe

    1. 2/3 polieren.
    2. Auf Verlagssuche gehen

    Wenn du solche Einblicke magst: Ich poste in unregelmäßigen Abständen weitere Werkstattberichte.

  • Die Ente als Nebenfigur – Warum fährt Nick einen 2CV?

    Die Ente als Nebenfigur – Warum fährt Nick einen 2CV?

    Warum der Citroën 2CV mehr ist als ein Auto: Symbolik, Humor, Geräusche, „Roadtrip-Gefühl“

    Manche Autos sind Fortbewegungsmittel. Und manche sind Mitreisende. Der Citroën 2CV gehört zur zweiten Sorte. In Go Your Own Way ist die „Ente“ nicht einfach ein Fahrzeug, das Nick von A nach B trägt. Sie ist Kulisse, Katalysator, Gesprächspartnerin ohne Worte. Eine Nebenfigur auf vier Rädern, die knarzt, schaukelt, riecht, klappert und damit etwas schafft, was glatte Neuwagen selten hinbekommen: Sie schreibt Atmosphäre.

    Und vielleicht ist das auch der Grund, warum die Ente bei mir nicht erst im Roman auftauchte, sondern viel früher. In der Familiengeschichte.


    1) Familienerbstück auf Rädern: Rot, Orange, Gelb

    Meine Eltern fuhren selbst Ente, als sie jung waren. Erst eine rote, später eine orangefarbene, zuletzt eine gelbe Kastenente. Schon diese Farbreihe ist wie ein kleines Lebensgefühl in Lack: nicht „dezent“, sondern entschieden. Kein Auto, das sich versteckt. Eher eins, das sagt: Ich bin hier, und ich bin ein bisschen anders, aber genau darum geht’s.

    Wenn man so aufwächst, wird die Ente zu einem inneren Geräusch. Zu einem Bild, das mehr bedeutet als Blech: Sommer, Leichtigkeit, Improvisation. Und dieses „Improvisations-Gen“ ist später beim Schreiben Gold wert, weil es sofort eine Tonart vorgibt: warm, menschlich, leicht schräg.


    2) Nicks Ente und die Wahrheit dahinter

    Die Anekdote, wie Nick zu seiner Ente kam, entspricht in Details der Wahrheit. Und genau das merkt man solchen Szenen an: Sie haben diesen kleinen Widerstand gegen Erfindung, dieses „So war’s eben“.

    Bei mir beginnt alles mit einem grünen Exemplar auf dem Lehrerparkplatz. Der stellvertretende Schulleiter und Lehrer für Rechnungswesen an meiner Schule, Herr Schumann, fuhr eine grüne Ente. Jeden Morgen stand dieses Vehikel da, wie ein freundlicher Fremdkörper zwischen Alltagsautos. Ich selbst wurde nicht von ihm unterrichtet, weil ich im Französisch-Zweig war, aber die Ente kannte ich trotzdem. Sie war da. Jeden Tag. Wie ein wiederkehrendes Motiv.

    Nach dem Schulabschluss machte ich mit meinen Eltern Urlaub in Südfrankreich. Rückblickend passt das fast zu gut: Französisch-Zweig, Südfrankreich, Ente. Manche Motive suchen sich ihre Menschen.

    Als ich zurückkam, erfuhr ich: Herr Schumann hatte die Ente verschrotten lassen, weil er niemanden gefunden hatte, der sie übernehmen wollte. Und dann passierte dieser typische, schmerzlich-nette Gedanke: Was wäre gewesen, wenn ich da gewesen wäre? Wenn ich es gewusst hätte. Wenn ich gefragt hätte. Wenn ich einen Satz früher abgebogen wäre in eine andere Version meines Lebens.

    Genau diese „Was-wäre-wenn“-Energie ist pures Romanmaterial. Nicht als Drama, sondern als feine, menschliche Melancholie. Und gleichzeitig ist da Humor drin, weil es eben auch absurd ist: Da steht jahrelang ein Symbol auf dem Parkplatz, und erst wenn es weg ist, begreift man, wie sehr man es mochte. Im Roman bekommt Nick diese zweite Chance: Er ist zur richtigen Zeit da, fragt nach, übernimmt, bevor es zu spät ist. So wird die Ente nicht zur schrulligen Marotte, sondern zu einem kleinen Schicksalsmoment.


    3) „Warum fährt Nick eine Ente?“ Die Testleserfrage

    Ich werde immer wieder gefragt: „Warum fährt Nick ausgerechnet eine Ente?“ Und oft hängt gleich die zweite Frage dran, offen oder unausgesprochen: „Kann man sich heute überhaupt vorstellen, dass ein 19-Jähriger so ein Auto fährt?“

    Ich verstehe den Reflex. Für viele wirkt das erstmal „zu speziell“. Ein VW Käfer oder ein Mini Cooper wären in der Retro-Schublade naheliegender. Beide sind ikonisch, beide sind bekannt, beide sind sofort „cool“. Aber genau da liegt der Punkt: Nick soll nicht cool wirken. Nick soll frei wirken. Und dafür ist die Ente schlicht das bessere Fahrzeug, weil sie sich im Text wie eine Nebenfigur verhält und nicht wie ein Accessoire.

    • Der Käfer trägt in Deutschland einen riesigen Mythos im Gepäck. Manchmal so groß, dass er Szenen übertönt.
    • Der Mini (in der heutigen Wahrnehmung oft der moderne MINI) erzählt eher „Style“ und Stadt, weniger „unterwegs sein“.
    • Die Ente dagegen ist ein Anti-Status-Symbol. Sie sagt nicht „Schaut her“, sondern „Kommt mit“. Sie ist langsam genug, um die Welt wahrzunehmen, und eigen genug, um Gespräche zu provozieren.

    Und zur Plausibilität: Ja, ein 19-Jähriger in einer Ente ist heute ungewöhnlicher als früher. Aber ungewöhnlich ist nicht unglaubwürdig, wenn man es erdet. Deshalb hat Nicks Ente eine Herkunft, die nicht nach „Oldtimerkauf“ klingt, sondern nach „Gelegenheit, Rettung, Geschichte“. Außerdem passt sie zu Nicks Charakter: nicht statusgetrieben, eher romantisch, praktisch, ein bisschen DIY. Und sie hat Konsequenzen. Die Ente schenkt Freiheit, aber sie fordert auch Geduld, Hände, Zeit. Genau das macht sie real.


    4) Symbolik: Freiheit mit Beulen

    Im Roman steht Nicks Ente für eine Freiheit, die nicht geschniegelt ist. Keine Hochglanzfreiheit, die nach Leasing riecht, sondern eine, die auch mal nach feuchter Decke und altem Sommer duftet.

    Die Ente ist das Gegenteil von „alles unter Kontrolle“. Sie ist:

    • Freiheit, die klappert,
    • Mut, der langsam anläuft,
    • Romantik, die keine Pose braucht.

    Und sie passt zu Nick, weil Nick nicht der Typ „perfekte Lebensplanung“ ist. Eher der Typ „Ich fahr los, und unterwegs wird’s wahr“.


    5) Humor: Das Auto als Comedy-Partner

    Die Ente hat komisches Timing. Nicht aktiv, aber spürbar. Sie liefert Situationen, in denen Figuren automatisch echter werden:

    • Türen, die man mit zärtlicher Gewalt schließen muss.
    • Fenster, die lieber nur halb zustimmen.
    • Ein Geräusch, das klingt, als würde irgendwo ein kleines Orchester aus Schrauben proben.

    Das ist Humor, der nicht als Witz geschrieben wird, sondern aus der Sache selbst kommt. Und der sorgt dafür, dass Szenen leichter atmen. Selbst wenn gerade etwas Schweres passiert, bleibt die Welt nicht steril.


    6) Geräusche: Klangteppich statt Sounddesign

    Moderne Autos sind akustisch gedämpfte Kapseln. Die Ente ist das Gegenteil: Sie lässt die Welt rein. Und sie macht selbst Musik.

    Da ist das typische:

    • Rappeln, wenn der Untergrund grob wird.
    • Schaukeln, als würde das Auto mitdenken.
    • Wind, der irgendwo entlangpfeift, weil „Dichtung“ eher ein Vorschlag als ein Zustand ist.

    Im Schreiben sind solche Geräusche mehr als Kulisse. Sie sind Emotionsträger. Wenn Nick müde ist, klingt das Rattern anders. Wenn er euphorisch ist, wird das Klappern zum Rhythmus. Die Ente kommentiert, ohne zu sprechen.


    7) Roadtrip-Gefühl: Geschwindigkeit ist nicht das Thema

    Roadtrip heißt nicht: schnell. Roadtrip heißt: unterwegs sein.

    Die Ente zwingt zu einer anderen Art von Zeit. Man plant weniger, man nimmt Umwege eher hin, man schaut mehr raus. Es ist ein Auto, das nicht nach „Ziel“ schreit, sondern nach „Strecke“. Genau deshalb funktioniert sie als Nebenfigur: Sie macht aus einer Fahrt eine Szene. Aus Kilometern eine Stimmung.

    Vielleicht ist das die größte Symbolik: Die Ente ist ein Vehikel für Übergänge. Für dieses Dazwischen, in dem sich Figuren verändern, ohne dass sie es sofort merken.


    8) Warum sie als Nebenfigur wirkt

    Nebenfiguren erkennt man daran, dass man sie vermisst, wenn sie fehlen. Die Ente gibt dem Roman:

    • Wiedererkennbarkeit (Running Gag, Anker, vertrautes Geräusch)
    • Körperlichkeit (Geruch, Geräusch, Wärme, Kälte, Bewegung)
    • Haltung (nicht perfekt, aber echt)

    Und sie verbindet mein eigenes „Vorleben“ mit der Romanwelt: die Enten meiner Eltern, die grüne Ente von Herrn Schumann, die Südfrankreich-Reise, das Was-wäre-wenn. All das steckt in Nicks Ente wie in einem Handschuhfach, in dem mehr liegt als ein Warndreieck.


    9) Kein Radio ab Werk und genau deshalb passt es so gut

    Letzte Woche bin ich über ein Detail gestolpert, das die Ente für Nick noch „richtiger“ macht: Im Originalzustand hatte der 2CV ab Werk kein Radio.
    Ein Auto, das klappert wie eine Percussion-Sektion, aber musikalisch erst mal stumm bleibt. Und ausgerechnet Nick soll das fahren, für den Musik nicht Hobby ist, sondern Lebensmittel.

    Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass mein Vater mit uns im 2CV ohne musikalische Untermalung an die Côte d’Azur gefahren ist. Also hab ich ihn gefragt und bekam diese herrlich schlichte Antwort:

    „Gab keines ab Werk
    Soweit ich weiß
    Wir haben einfach ein Radio beim Armaturenbrett, reingeschraubt.“

    Ich liebe das, weil es die Ente perfekt zusammenfasst: nicht „Komfortpaket“, sondern „Mach’s dir passend“. Und es passt genauso perfekt zu Nick. Er wartet nicht darauf, dass die Welt ihm den Soundtrack liefert. Er baut ihn sich. Notfalls mit zwei Schrauben, einem Kabel und der festen Überzeugung, dass Stille zwar schön sein kann, aber nicht auf jeder Fahrt.

    Und plötzlich ist die Ente nicht nur Roadtrip, Symbolik und Geräusch. Sie ist auch ein kleines Statement: DIY ist hier keine Bastelromantik, sondern eine Form von Freiheit.


    Schluss: Eine Ente, die mehr kann als fahren

    Der Citroën 2CV ist in Go Your Own Way nicht einfach ein Auto. Er ist ein Ton. Eine Farbe. Ein Gefühl. Eine kleine, klappernde Philosophie auf Rädern: Dass Unperfektheit Charme hat. Dass Freiheit nicht geschniegelt sein muss. Und dass manche Dinge erst dann richtig Bedeutung bekommen, wenn sie (fast) verschwunden sind.

    Vielleicht ist das die eigentliche Pointe:
    Die Ente fährt nicht nur durch die Handlung. Sie fährt durch Nicks Innenleben. 🦆💛

  • Wie ich Figuren wie Nick, Lucy & Co entwickle

    Wie ich Figuren wie Nick, Lucy & Co entwickle

    Figuren sind für mich das Herz jeder Geschichte. Orte, Musik, Stimmungen – all das kann noch so schön sein: Wenn die Menschen darin nicht lebendig wirken, bleibt der Roman am Ende flach.

    In meinen Büchern – gerade in der Reihe um Nick, Lucy & Co – sind die Figuren deshalb nie „zufällig“ da. Sie haben fast immer eine Geschichte, die weit über das hinausgeht, was im fertigen Text steht.


    Reale Vorbilder – aber keine Eins-zu-eins-Kopien

    Für nahezu alle meine Figuren gibt es reale Vorbilder. (In der Danksagung von Go Your Own Way erwähne ich das auch explizit.)

    Manchmal ist es:

    • das Aussehen,
    • manchmal eher Charakterzüge,
    • manchmal nur ein Beruf oder ein Hobby,
    • manchmal eine einzelne Geste oder eine typische Art zu reden.

    Aber: Schon bevor der eigentliche Schreibprozess beginnt, entwickeln diese Figuren in meinen Gedanken ein Eigenleben – und entfernen sich dabei oft weit von den Menschen, die mich ursprünglich inspiriert haben.

    Aus „der Kommilitone, der immer seine Gitarre dabeihatte“ wird vielleicht ein Schlagzeuger. Aus „der Freundin, die sich nie entschieden hat, was sie studieren soll“ wird eine hochfokussierte junge Frau, die alles durchplant – aber innerlich trotzdem genauso zweifelt.

    Die realen Vorbilder sind also eher Startpunkte als Schablonen. Sobald die Figuren im Roman angekommen sind, haben sie das Recht, sich anders zu verhalten als ihre „Originale“.


    Lebensläufe auf der Festplatte

    Damit dieses Eigenleben nicht in völliges Chaos ausartet, arbeite ich im Hintergrund ziemlich strukturiert.

    Zu nahezu allen Haupt- und Nebenfiguren gibt es bei mir einen Lebenslauf auf der Festplatte. Kein offizielles Bewerbungsdokument, sondern eher ein sehr ausführlicher Steckbrief, der z.B. enthält:

    • soziale Herkunft (Woher kommt die Person? Dorf? Stadt? Welche Milieus?),
    • Familie (Eltern, Geschwister, wichtige Bezugspersonen),
    • Hobbys und Interessen,
    • Erfahrungen und wichtige Erlebnisse,
    • kleine Anekdoten,
    • wie einzelne Figuren sich kennengelernt haben.

    Viele dieser Infos tauchen im Roman nie direkt auf. Aber sie sorgen dafür, dass ich die Figuren „von innen heraus“ verstehe.

    Wenn ich weiß, wie jemand aufgewachsen ist, wem er oder sie schon mal das Herz gebrochen hat, welches große Ziel im Hintergrund tickt – dann fällt es mir leichter zu entscheiden, wie diese Person in einer Szene reagiert: ob sie kontert, schweigt, ausweicht, lacht, übertreibt oder ehrlich wird.

    Außerdem hilft mir dieser Lebenslauf, auch nach Wochen oder Monaten noch genau zu wissen, wie ich die Figur ursprünglich konzipiert habe. Gerade bei längeren Projekten ist das Gold wert.


    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – auch für mich

    Neben Text brauche ich noch etwas anderes, damit Figuren für mich wirklich „da“ sind: Bilder.

    Für alle wichtigen Figuren lasse ich mir Bilder erstellen – inzwischen meistens mithilfe von KI. Das läuft oft so:

    • Ich nehme die Beschreibung, die im Roman beim ersten Auftritt der Figur steht.
    • Diese Beschreibung lade ich bei einer Bild-KI hoch.
    • Ich bitte die KI, mir auf dieser Grundlage ein Porträt oder eine Szene mit der Person zu erzeugen.

    Das hat gleich mehrere Effekte:

    1. Check: Habe ich genug beschrieben?
      Wenn die KI mir ein Bild liefert, das so gar nicht zu meinem inneren Bild passt, frage ich mich:
      Habe ich im Text wirklich das erwähnt, was mir wichtig ist?
      Oder weiß ich zwar, dass die Figur Sommersprossen, abgewetzte Chucks und ein bestimmtes Lächeln hat – aber habe ich es den Leser:innen überhaupt mitgeteilt?
    2. Bessere Vorstellung im Schreiballtag
      Ein Bild hilft mir, eine Figur beim Schreiben „im Raum zu sehen“: Wie steht sie da? Wie sitzt sie? Welche Körperhaltung hat sie?
      Das sorgt dafür, dass Gestik und Mimik im Text stimmiger werden.
    3. Emotionale Nähe
      Wenn ich ein passendes Bild gefunden habe, fühlt sich die Figur für mich oft noch realer an. Ich sehe „Nick“ oder „Mike“ dann nicht mehr nur als Buchstabenfolge, sondern als jemanden, der mir auf Fotos und in Szenen begegnet.

    Die KI ersetzt dabei keine Fantasie – sie ist eher ein Spiegel: Sie zeigt mir, was ich bislang wirklich formuliert habe, und wo ich in meinem Kopf mehr weiß, als auf dem Papier steht.


    Wenn Figuren ihr Eigenleben entwickeln

    Spannend wird es immer dann, wenn Figuren anfangen, Dinge zu tun, die ich gar nicht geplant hatte.

    Vielleicht kennst du das Klischee vom Autor, der sagt: „Meine Figuren machen irgendwann, was sie wollen.“
    Klingt esoterisch – ist aber gar nicht so gemeint.

    Wenn ich eine Figur lange genug „füttere“ – mit Biografie, Bildern, typischen Reaktionen –, dann wird irgendwann klar, was sie in einer bestimmten Situation niemals tun würde. Oder was sie auf jeden Fall tun würde, auch wenn mir als Autor das Leben dadurch schwerer gemacht wird.

    • Vielleicht wollte ich, dass jemand im entscheidenden Moment cool bleibt – aber alles in mir schreit: „Nein, diese Person flippt hier aus!“
    • Oder ich hatte eine Romanze geplant, aber die Chemie zwischen zwei Figuren fühlt sich beim Schreiben einfach nicht stimmig an.

    Eine kleine Anekdote hierzu: Vor ein paar Tagen lief in meiner Küche das Radio und ich dachte mir: „Chris würde das Klaviersolo ganz anders spielen.“ Dann versuche ich, nicht gegen diese innere Logik anzuschreiben, sondern ihr zu folgen.
    Denn sobald ich anfange, Figuren nur noch wie Schachfiguren zu verschieben, merkt man das dem Text irgendwann an.


    Was das für Nick, Lucy & Co konkret bedeutet

    Nick, Lucy, Miriam, Jonas, Chris, Mike und all die anderen sind also Mischwesen:

    • ein Teil echte Menschen,
    • ein Teil Fiktion,
    • ein Teil „Was wäre, wenn…?“,
    • plus ein großer Teil Wirkung dessen, was beim Schreiben passiert.

    Vielleicht erkennst du dich irgendwann in einer Nebenfigur wieder – in einer Vorliebe für ein bestimmtes Getränk, einer Art zu sprechen, einer Haltung zur Welt. Dann ist das kein Zufall.

    Aber es bedeutet nicht, dass irgendjemand eins zu eins „abgebildet“ wird.
    Es sind immer neue Figuren, die sich in dieser Romanwelt bewegen, mit eigener Geschichte und eigener Entwicklung.


    Und für Leser:innen?

    Für dich als Leser:in heißt das:

    • Hinter jeder Figur steckt mehr, als auf den Seiten steht.
    • Manches davon wirst du beim Lesen spüren, ohne dass es direkt erklärt wird.
    • Und manches bleibt bewusst unsichtbar – aber es hilft mir, dass sich die Figuren anfühlen, als würden sie auch dann weiterexistieren, wenn das Kapitel zu Ende ist.

    Wenn du Lust hast zu sehen, wie sich das konkret anfühlt:
    Auf der Leseproben-Seite findest du eine Szene mit Nick und Miriam am Strand – zwei Figuren, die beide eine lange „unsichtbare“ Vorgeschichte auf meiner Festplatte haben.

    Vielleicht liest du sie ja mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass jede Figur ein kleines geheimes Dossier hat – und dass genau das sie lebendig macht.

  • Wie aus einer Wochenendreise an die Ostsee eine Romanreihe wurde

    Wie aus einer Wochenendreise an die Ostsee eine Romanreihe wurde


    Manchmal weiß man schon im Moment selbst, dass etwas Besonderes passiert. Manchmal merkt man es erst Jahre später, wenn man zurückschaut und feststellt: Da hat etwas angefangen, das ich damals noch gar nicht benennen konnte.
    So war es bei mir mit einer unscheinbaren Wochenendreise ans Meer.

    Ein Wochenende, das eigentlich nur eine Auszeit sein sollte

    Am Anfang stand kein großer Plan, kein „Ich fahre jetzt los, um Material für einen Roman zu sammeln“. Es war einfach ein Wochenende: raus aus dem Alltag, ans Wasser, ans Meer. Egal wohin – Hauptsache weg, um mal etwas anderes zu sehen.

    1998 saß ich an einem Donnerstagabend vor der Webseite der Deutschen Bahn und recherchierte, welche Stadt am Meer am schnellsten mit dem Zug und dem „Schönes-Wochenende-Ticket“ zu erreichen war. In die engere Wahl kamen Wilhelmshaven an der Nordsee und Travemünde an der Ostsee.

    Nach einem Anruf in der Jugendherberge in Wilhelmshaven, bei dem ich nicht gerade freundlich behandelt wurde, entschied ich mich spontan, am darauffolgenden Tag mit Regionalbahnen nach Travemünde zu tingeln.

    Lübeck, Travemünde, die Nähe zur Ostsee – das waren für mich erst einmal nur Orte auf der Karte. Aber schon nach den ersten Augenblicken wurden sie zu Schauplätzen: alte Häuser, Kopfsteinpflaster, der Hafen, das Licht über dem Wasser, der Geruch von Salz und feuchtem Holz. Dazu diese Mischung aus Ruhe und Bewegung: Schüler, Studierende, Tourist:innen, Leute, die einfach „ihr Leben leben“ – genau diese Stimmung, die später in meinen Romanen wieder auftaucht.


    Proberaum, Gespräche, Musik – und die Frage: Was wäre, wenn …?

    Parallel dazu trug ich etwas völlig anderes mit mir herum: die alte Idee von „Belletristik mit Soundtrack“.

    Mit Anfang zwanzig hatte ich The Beatles – Die Geschichte ihrer Musik von Mark Hertsgaard gelesen. Im Vorwort fordert Hertsgaard seine Leser auf, die beschriebenen Songs während der Lektüre zu hören. Dieser Gedanke hat sich bei mir festgesetzt: Warum gibt es so etwas nicht auch in Romanform? Geschichten, die so stark mit Musik verbunden sind, dass man sie eigentlich mit einem Soundtrack liest.

    An der Ostsee fiel auf einmal vieles zusammen: die Orte, die Stimmung am Wasser, mein eigenes Leben zwischen Ausbildung und Musik – und diese alte Idee von erzählter Belletristik mit Soundtrack. Ich ertappte mich immer öfter bei dem Gedanken:

    Was wäre, wenn hier eine Clique wohnen würde? Eine Band. Eine WG. Und jemand, der von weit her kommt und sein Leben plötzlich mit anderen Augen sieht?

    Aus dem „Was wäre, wenn …?“ wurden Notizen. Aus Notizen wurden Szenen.


    Nick und Miriam betreten die Bühne

    Nick war zuerst gar nicht als „Romanheld“ gedacht. Er war eher eine Projektionsfläche, eine Kiste, die man mit Ideen füllt – jemand, der, so wie ich an diesem Wochenende, alles zum ersten Mal sieht und dabei merkt, wie sehr ihn das verändert.

    Nach und nach bekam Nick mehr Konturen:
    19 Jahre alt, aus einem fränkischen Dorf, mitten in Ausbildung und Routinen, die ihn nicht wirklich erfüllen. Dann diese Fahrt an die Ostsee. Ich hatte sie damals allein unternommen; aber wie wäre es gewesen, wenn meine „gute Bekannte“ aus dem Chorprojekt mitgekommen wäre? Sie hatte vor Kurzem diesen Gitarristen in einer Heavy-Metal-Cover-Band kennengelernt, der Maschinenbau studierte. Ein gemeinsamer Roadtrip könnte vielleicht ihre Meinung verändern …

    Was als kleine Kurzgeschichte über ein Wochenende begann, wurde immer größer. Mehr Figuren drängten sich ins Bild, wollten ihre eigene Perspektive: Lucy, Jonas, Chris, Mike und all die anderen. Ich merkte: Das ist kein einzelner Text. Das ist eine Welt.

    Doch irgendwann, in den Wirren meiner späten Teenagerzeit, blieb das Projekt liegen – obwohl der Plot in meinem Kopf eigentlich schon fertig war.

    Bis zum Juli 2025, um drei Uhr nachts, als der kleine Mann in meinem Kopf mich weckte und fragte:
    „Warum hast du die Geschichte nie zu Ende geschrieben? In deinem Kopf ist sie doch fertig. Schreib sie zu Ende. Jetzt!“


    Warum aus einem Buch eine Reihe wurde

    Je länger ich an Go Your Own Way gearbeitet habe, desto klarer wurde mir: Ein einziges Wochenende reicht nicht.

    Wenn wir ehrlich sind, endet die eigentliche Geschichte ja nicht, wenn zwei Menschen am Sonntagabend auseinandergehen, sich am Bahnhof verabschieden oder beschließen, „es mal zu versuchen“. Eigentlich fängt sie da erst an.

    Also tauchten ganz automatisch neue Fragen auf:

    • Was passiert nach diesem Wochenendtrip an die Ostsee?
    • Was passiert, wenn Nick zurück nach Lübeck kommt – diesmal nicht nur als Gast, sondern als Bassist einer Band?
    • Wie verändert sich alles, wenn Social Media, Auftritte, Erwartungsdruck und Entfernungen dazukommen?
    • Und was ist mit dem ersten gemeinsamen Alltag – einer eigenen Wohnung, einem Wochenende zu zweit, ohne Eltern und WG, aber mit allen Unsicherheiten im Gepäck?

    Aus diesen Fragen entstanden die Ideen für Band 2 (When I Come Around, Arbeitstitel) und Band 3 (Closer, Arbeitstitel).
    Aus einem Gefühl am Strand wurde der Kern einer Romanreihe: ein junger Mann, der über mehrere Stationen hinweg seinen Platz in der Welt sucht – mit Musik als rotem Faden.


    Wie viel Ostsee wirklich in den Romanen steckt

    Oft stellt sich die Frage: „Ist das alles wirklich so passiert?“ oder etwas abgeschwächt: „Gibt es diese Orte wirklich?“

    Die ehrliche Antwort ist ein „Ja, aber…“:

    • Ja, Lübeck und Travemünde, die Ostsee, der Hafen, der Strand, der Segelclub – all diese Orte haben reale Vorbilder. Aber …
    • Nein, das Travemünde in meinem Kopf, die Stadt die ich 1998 bereiste, gibt es nicht mehr. Viele Häuser wurden abgerissen, vieles hat sich verändert.
    • Nein, die Romane sind kein Reisebericht und kein exakter Stadtplan.

    Ich nehme Atmosphären, Bilder, Gerüche, Lichtstimmungen und verdichte sie. Ein Strandabschnitt rutscht ein paar Meter nach links, zwei reale Cafés verschmelzen zu einem neuen, WG-Grundrisse orientieren sich eher daran, wie sich Szenen gut erzählen lassen, als an realer Wohnraumsituation.

    Mir ist weniger wichtig, ob jemand sagen kann: „Ach, das muss genau diese Kreuzung dort und dort sein“, sondern eher: Fühlt sich dieser Ort beim Lesen echt an?
    Wenn Leser:innen das Meer riechen, die WG-Küche hören, das klebrige Gefühl von Proberaum-Luft kennen – dann stimmt für mich mehr als bei jeder perfekten Google-Maps-Rekonstruktion.


    Belletristik mit Soundtrack – wie die Musik in den Text kommt

    Zurück zu Mark Hertsgaard und den Beatles: Die Idee von „Belletristik mit Soundtrack“ ist nie wieder verschwunden.

    In meiner Schreibpraxis sieht das ungefähr so aus:

    • Viele Szenen entstehen, weil ein bestimmter Song etwas in mir anstößt – ein Bild, eine Stimmung, eine Erinnerung.
    • Manche Kapitel haben einen heimlichen „Titelsong“, der für mich beim Schreiben im Hintergrund läuft.
    • An einigen Stellen tauchen Titel und Musiker:innen direkt im Text auf: als Musik im Auto, in der WG, auf der Bühne oder nachts im Kopfhörer.

    Die Leseprobe auf meiner Seite – die Strandszene mit Nick und Miriam – ist ein gutes Beispiel dafür:
    Die Songs, die sie spielen, sind mehr als musikalische Deko. Sie erzählen mit. Die Songzeilen spiegeln Dinge, die die Figuren (noch) nicht aussprechen, und geben ihrer Beziehung eine zusätzliche Ebene. Ohne die Musik wäre die Szene eine andere.

    Trotzdem sollen die Romane auch ohne Playlist funktionieren. Aber wer möchte, kann sie irgendwann so lesen, wie Hertsgaard es mit seinem Beatles-Buch angeregt hat:
    Buch auf, Playlist an.


    Was von diesem Wochenende geblieben ist

    Wenn ich heute an dieses erste Wochenende in Lübeck und Travemünde zurückdenke, sehe ich nicht nur Straßen, Wasser und Häuser. Ich sehe Nick, wie er zum ersten Mal die WG betritt. Ich höre Gespräche am Küchentisch, Songs im Proberaum, das Rauschen der Brandung im Hintergrund. Ich sehe Figuren, die zur Tür hereinkommen, obwohl ich sie damals noch gar nicht kannte.

    Aus ein paar Tagen Auszeit ist ein Langzeitprojekt geworden: eine Romanreihe über Musik, Freundschaft, erste Liebe und den Mut, das eigene Leben wirklich in die Hand zu nehmen.

    Und manchmal denke ich: Es war gut, dass ich 1998 nicht ahnen konnte, was ich mit diesem Wochenendticket alles lostrete. Vielleicht wäre ich sonst nie losgefahren.


    Lust auf einen ersten Einblick?

    Wenn du neugierig geworden bist:

    • Auf der Seite „Bücher“ stelle ich die drei Projekte ausführlicher vor.
    • Unter „Leseprobe“ findest du einen Ausschnitt aus Go Your Own Way: ein Vormittag am Strand mit Nick und Miriam – Musik, Meer und ein Moment, der alles ins Rollen bringt.

    Vielleicht liest du ihn ja irgendwann mit einer passenden Playlist im Hintergrund.
    So hat für mich alles angefangen.