Drei Figuren, drei verschiedene Arten, sich selbst treu zu bleiben. Hier findest du kurze Charakter-Momente als Einstieg und später ausführlichere Charakterfokusse.
Nick
„Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.“

Nick sagt das so, als wäre es ein Naturgesetz. Ein Satz, der nach Freiheit klingt, nach Aufbruch, nach: Ich lass mich nicht verbiegen. Und meistens stimmt das auch. Nick ist 19, und er hat diesen Blick, der schneller merkt, wenn etwas schief hängt, als andere überhaupt registrieren, dass da ein Nagel fehlt. Er will selbstbestimmt durchs Leben gehen. Sich treu bleiben. Nicht irgendwann aufwachen und feststellen, dass er Entscheidungen getroffen hat, die nicht nach ihm klingen.
Nur: Dieser Satz kann auch weh tun, weil er ein Schutzschild ist.
Denn wenn Nick ehrlich wäre, müsste er manchmal zugeben, dass es leichter ist, gegen den Strom zu schwimmen, als stehenzubleiben und jemandem direkt zu sagen: Ich will dich. Ich hab Angst. Ich weiß nicht, ob ich reicht. Nicks wunde Stelle ist nicht die große Tragödie, sondern etwas Banales, das sich trotzdem wie ein Stachel anfühlt: Fast 20, noch keine Freundin. Er trägt das nicht wie eine Klage vor sich her, eher wie ein heimliches Fragezeichen im Brustkorb. Er macht Witze, spielt cool, sucht den richtigen Song für die Stimmung, statt das Richtige zu sagen.
Und dann ist da diese andere Angst, die ihn noch mehr antreibt: eines Tages nicht mehr in den Spiegel schauen zu können. Nicht, weil er makellos sein will, sondern weil er sich selbst nicht verlieren will. Der Strom ist bei Nick nicht nur „die anderen“. Der Strom ist auch Bequemlichkeit. Ausweichen. Sich hinter Prinzipien verstecken, wenn es eigentlich um Nähe geht.
Vielleicht ist das der wahre Grund, warum sein Satz weh tut: Weil er stimmt. Und weil Nick manchmal genau dann gegen den Strom schwimmt, wenn er eigentlich nur Angst hat, sich festzuhalten.
Miriam
Wertekompass, Stolz, Experimentierfreude. Sie sagt nicht alles, aber sie meint alles.
kommt Mitte Februar
Lucy
Leichtfüßig im Ton, scharf im Blick. Sie bringt Dinge auf den Punkt, bevor andere merken, dass sie überhaupt existieren.
kommt Mitte März
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