Es war einmal … am 11.November 2009 besetzten Würzburger Studenten das Audimax der Julius-Maximilians-Universität. Zwei Tage später gab es einen Info-Abend mit Uni-Präsident und Besetzern zu dem mich meine Kommilitonin Lilly mitschleppte. Worum gehts denn eigentlich? Schon am nächsten Tag war ich fester Bestandteil der Besetzer und betreute Webseite (wuerzburg-brennt.de) und Sprachrohr der Bildungsprotestler  Würzburg. Die kommenden Tage und Wochen wurden Forderungen formuliert, Banner gemalt, Medienvertreter bedient, Flyer erstellt, deren Verteilung organisiert und natürlich diskutiert, argumentiert und nicht zuletzt musiziert.

Für letzteres war der AK Kultur zuständig. Der besetzte Hörsaal sollte ein Ort der Kultur sein, mit Lesungen, Dia-Shows und Konzerten. Eines der wenigen Überbleibsel aus dieser Zeit (gut, die Studiengebüren gibts nichtmehr und auch die Bachlor- und Masterorganisation wurde verbessert 😉 ist STRABANDE. Tim Oberhauser und Erik Stenzel sorgten damals im Foyer der Uni mit vielen oft spontanen Co-Musikern abends  für wohlige Klänge und gute Athmosphäre. Auch nachdem die Besetzer im Januar aus dem Hörsaal auszogen und im laufe des Jahres 2010 der Protest einschlief, machten Erik und Tim weiter gemeinsam Musik. 

Strabande 2014 erschien die erste CD des Duos „Einfach so“, die noch sehr nach Straßenmusik, Gitarre, Cajon, Melodika und Studentenleben auf der Alten Mainbrücke in Würzburg („unterm Kilian in der Nische“) klang. In meinen Ohren Zeitgeist und Teil meines  persönlichen  Lebens-Soundtracks.  

Um so mehr freut es mich, dass sich die Beiden mittlerweile (2017 hüstel, hüstel,) Verstärkung geholt haben. Mit Geige und Cello haben sich Strabande personell verdoppelt und sind sich dennoch treu geblieben. Nicht nur instrumental wirken Erik, Tim und Co nun gehaltvoller. Die Liedinhalte von „Frisch gestrichen“   sind auch kritischer und relevanter. Auch Erik und Tim trinken nun eher „Wein auf der Veranda“ statt „Wodka vor der Disse“, fragen sich , wo die  alten Freunde geblieben sind und warten auf den Freitag, um  beispielsweise zur Fernbeziehung zu reisen.  Fazit: Wir sind alle älter geworden und nur  „Mit Kontrolle halten alle Steine “ der „Selbstschutzwand“.

Und dennoch öffnet das letzte Lied der Platte doch wieder die Tür zum besetzten Audimax, und alle Studenten singen gemeinsam beim Eintritt von Wissenschaftsminister Heubisch  „Die Gedanken sind frei“.  Danke  Euch vieren für s gemeinsam  altern und in Erinnerungen schwelgen.

Die Facebook-Seite der Band zeigt, wie kreativ Strabande war, ist, und hoffentlich bleibt. Ein ungezwungender Konzertbesuch steht bereits auf meiner Nach-Lockdown-Liste, ob mit Bier oder Rotwein ist dabei mittlerweile auch egal.