Sehenswürdigkeit im Landkreis Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall bietet für den Städtereisenden auf der Suche nach dem nächsten Kleinod mit seiner Altstadt schon alleine eine Menge schöner Ecken, Gässchen, Fachwerkhäuser, Türme und so weiter und so fort. Wer es nach dem Treiben in der Innenstadt von Hall nach etwas Beschaulicherem ist, dem sei die Ruine Geyersburg bei Obermünkheim empfohlen.

Wir verabreden uns auf dem Parkplatz unterhalb des Lindenhofes (OT Lindenhof hinter Obermünkheim). Von dort sieht man die etwa 15 Meter hohe Ruine durch die Baumspitzen. Wir folgen dem Feldweg bis auf Höhe des Kamms und laufen die restlichen Meter zur Ruine. Bank und Tisch sind festinstalliert. Auch ein Mülleimer ist vorhanden. Wilde Feuerstellen und Filzstift an der Ruine zeugen von davon, dass hier von Zeit zu Zeit „Nachfahren der Neandertaler“  hausen. 

Ansonsten ist die Anlage schön restauriert und vermittelt einen guten Eindruck. Der Blick ins Tal ist wunderschön und so entscheiden wir uns, nach kurzer Rast unsere Wanderung in Richtung Osten fortzuführen und im Tal über den ausgebauten Radweg am Kocher entlang zurück nach Lindenberg zu nehmen. An der Burg treffen wir übrigens eine Familie mit drei Kindern. Unser Ziel ist als kinderfreundlich und gut zugänglich 😉 

Quelle: https://www.burgrekonstruktion.de/rekonstruktionen/baden-wuerttemberg/#&gid=1&pid=151

Ihren Namen hat die Geyersburg von ihrer ersten Burgherrin, einer Angehörigen der Haller Familie Veldner mit dem Mädchennamen Geyer (Gyr). Diese Familie gehörte zum Schwäbisch Haller Stadtadel, der durch den Salzhandel und das Münzrecht zu Reichtum kam. 

Die Geschichte der kleinen Burganlage sehr lückenhaft. Die Burg, von der nur noch der achteckige Wohnturm sowie einige Mauerreste erhalten sind, wurde wohl im Spätmittelalter (1391) erbaut. Bereits 1406 – also 15 Jahre nach dem Bau – geht die Burg an Rudolf von Münkheim und geht nach dem Aussterben der Famile Münkheim im Jahr 1507 an die Stadt Schwäbisch Hall. Ob die Burg zerstört oder aufgegeben wurde ist nicht bekannt. 

1525 sollen während des Bauernkrieges nach der „Schlacht bei Gottwollshausen“ versprengte Bauern zur Geyersburg geflohen sein. 

Im Jahr 1982 erwarb die Gemeinde Untermünkheim die Burgruine und sanierte die Mauerreste.

Koordinaten der Geyersburg: 49.135512°, 9.727621°

Quellen:

– Gradmann, Dr. Wilhelm: Burgen und Schlösser in Hohenlohe 1982

– Miller, Dr. Max / Taddey, Gerhard (Hrsg.): Baden-Württemberg. Handbuch der historischen Stätten Deutschlands 6, Stuttgart 1980

– Schneider, Alois: Die Burgen im Kreis Schwäbisch Hall – Eine Bestandsaufnahme, Stuttgart 1995

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