Ich hab das Album damals 2001 als CD in ner Tankstelle für 9,99 gekauft, und alleine dieser Umstand würde Bruce Springsteen sicher gefallen.

Jahrelang hatte ich meine Probleme mit dem Album, fälschlicherweise, da ich es als patriotisch einstufte und George W. (das W steht übrigens für Wixer) Bush im Irak Chemische Waffen suchte, Heute weiß ich es gab keine chemischen Waffen im Irak und das Album ist genial, mit alleine 7 Singleauskopplungen. Witzigerweise meinte Springsteens Manager damals angeblich: „Wir brauchen noch nen Hit auf der Scheibe!“ und so kam „Dancing in the dark“ auf das Album.

„Born in the USA“ ist übrigens kein patriotisches Lied, eher im Ggegenteil! Es handelt von einem Looser der als US-Soldat kämpft, zurückkommt und nach wie vor ist nichts gut. Der Begriff USA ist eben zu groß für einen Kopf alleine.

Generell ist es genau diese Art, wie es Springsteen schafft, so zu singen und zu schreiben, als wäre einer von den Typen die in der Fabrik jeden Tag im Blaumann am Fließband stehen um seine Familie durchzubringen und Stoßdämpfer montieren oder Kisten nageln, aber sein Job wird irgendwann gestrichen , weil „wir“ mit Taiwan mithalten müssen. Das flashed mich.

Abgesehen von Glory days (früher war alles besser, wir hatten wenigstens noch Träume) ist daher auch My Hometown mein Lieblingssong von diesem Meilenstein-Album. Ein Sohn sitzt auf dem Schoss seines Vaters auf dem Fahrersitz des Autos uns sie fahren durch ihre Heimatstadt.Jahre später sind die Schaufenster verweißt, die Läden zu und die Fabrik gegenüber vom Bahndamm ist dicht, aber es ist immer noch seine Heimatstadt. Er überlegt mit seiner Frau die Stadt zu verlassen. Sie haben einen Sohn und er geht mit ihm herum und sagt ihm: Das ist deine Heimatstadt.

Springsteen schreibt Wahnsinnstexte und sie funktionieren in Freehold, New Jersey genauso wie in Markt Bibart, Rüdenhausen oder einem namenlosen Vorort von Neu-Delhi.